Home Assistant auf Raspberry Pi installieren – So wird dein Zuhause wirklich smart

Home Assistant auf Raspberry Pi installieren

Die perfekte Smart-Home-Zentrale zum Selbermachen

Du willst dein Zuhause wirklich smart machen – aber unabhängig von der Cloud, flexibel, sicher und individuell steuerbar? Dann ist Home Assistant genau das Richtige für dich. Und das Beste: Mit einem Raspberry Pi lässt sich Home Assistant in wenigen Schritten selbst installieren. Ganz ohne teure Hardware oder Technik-Studium.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Home Assistant auf einem Raspberry Pi installierst, was du dafür brauchst und worauf du achten solltest. Ideal für alle, die ihr Smart Home auf das nächste Level bringen möchten.


Was ist Home Assistant?

Home Assistant ist eine Open-Source-Software zur lokalen Steuerung von Smart-Home-Geräten. Sie läuft auf einem kleinen Server – wie dem Raspberry Pi – und kann tausende Geräte und Systeme miteinander verbinden, steuern und automatisieren. Und das komplett lokal, ohne Cloud-Zwang, mit voller Kontrolle über deine Daten.

Vorteile von Home Assistant:

  • Lokale Steuerung (keine Abhängigkeit von Internetdiensten)
  • Unzählige Integrationen (Zigbee, Z-Wave, MQTT, Alexa, Philips Hue, Tasmota, u. v. m.)
  • Leistungsfähige Automatisierungen
  • Modernes Web-Interface (auch mobil)
  • Ständig weiterentwickelt durch eine große Community

Warum ein Raspberry Pi?

Der Raspberry Pi ist ein günstiger, stromsparender Mini-Computer – perfekt als Smart-Home-Zentrale. Er ist klein, leise und benötigt wenig Strom, bietet aber dennoch genug Leistung für Home Assistant.

Tipp: Für Home Assistant solltest du mindestens den Raspberry Pi 4 mit 2 GB RAM verwenden – besser 4 oder 8 GB.


Das brauchst du für die Installation

Hier ist deine Einkaufsliste:

KomponenteEmpfehlung
Raspberry Pi 4Mindestens 2 GB RAM – besser 4 oder 8 GB
microSD-Karte (mind. 32 GB)Schnell und langlebig (A2- oder U3-Klasse empfohlen)
Netzteil5V/3A USB-C-Netzteil für stabile Versorgung
Gehäuse mit KühlungPassiv oder mit Lüfter – Home Assistant läuft 24/7
Ethernet-Kabel oder WLANEthernet wird empfohlen für Stabilität
Monitor, Tastatur (nur einmalig zur Einrichtung)Später wird nur das Web-Interface benötigt

Direkt bei Amazon kaufen: Starter-Kits mit allem drin

Damit du direkt loslegen kannst, findest du hier passende Raspberry-Pi-Starterkits mit allem Zubehör. Diese Links enthalten Affiliate-Tracking – du zahlst nicht mehr, unterstützt aber smarthome-blog.de.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: Home Assistant auf Raspberry Pi installieren

1. Home Assistant OS herunterladen

Gehe auf die offizielle Seite:
https://www.home-assistant.io/installation/raspberrypi

Wähle das Image für deinen Raspberry Pi (z. B. Pi 4) und lade es herunter.

2. microSD-Karte vorbereiten

Nutze das Tool balenaEtcher (für Windows, macOS oder Linux), um das Image auf die SD-Karte zu schreiben:

  • balenaEtcher öffnen
  • Image auswählen
  • microSD-Karte wählen
  • Flash starten

3. Raspberry Pi starten

  • SD-Karte einlegen
  • Raspberry Pi ans Netzteil anschließen
  • per Ethernet verbinden oder später WLAN einrichten
  • Der Pi startet Home Assistant automatisch

4. Erstzugriff im Browser

Gib nach ca. 1–2 Minuten im Browser ein:

http://homeassistant.local:8123  

Oder, falls das nicht funktioniert:

http://[IP-Adresse-des-Pi]:8123

Hier kannst du dein Konto anlegen, Sprache einstellen und Home Assistant konfigurieren.

5. WLAN (optional) einrichten – so geht’s

Wenn du deinen Raspberry Pi nicht per LAN-Kabel, sondern über WLAN verbinden möchtest, musst du das WLAN manuell konfigurieren – bevor du den Pi zum ersten Mal startest. Home Assistant OS bringt kein Interface mit, um WLAN später über das Web-Frontend einzurichten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. microSD-Karte vorbereiten (nach dem Flashen)

  • Nachdem du das Home Assistant OS mit balenaEtcher auf die SD-Karte geschrieben hast, entnimm und stecke sie erneut in deinen Computer.
  • Auf der Karte erscheint nun ein Laufwerk namens „hassos-boot“ oder ähnlich.

2. Neue Konfigurationsdatei erstellen

  • Öffne einen Texteditor (z. B. Notepad++ oder VS Code).
  • Erstelle eine neue Datei mit folgendem Inhalt (ersetze DEIN-WLAN-NAME und DEIN-WLAN-PASSWORT entsprechend):
[connection]
id=my-network
uuid=12345678-9abc-def0-1234-56789abcdef0
type=wifi
autoconnect=true

[wifi]
mode=infrastructure
ssid=DEIN-WLAN-NAME

[wifi-security]
auth-alg=open
key-mgmt=wpa-psk
psk=DEIN-WLAN-PASSWORT

[ipv4]
method=auto

[ipv6]
method=auto
  • Speichere die Datei unter dem Namen:
    my-network (ohne Dateiendung!)

3. Datei an den richtigen Ort kopieren

  • Erstelle auf der boot-Partition der SD-Karte einen neuen Ordner:
    CONFIG/network
  • Lege die Datei my-network in diesen Ordner.

Pfad auf der SD-Karte:

/CONFIG/network/my-network

4. Raspberry Pi starten

  • Stecke die SD-Karte wieder in den Raspberry Pi.
  • Schalte ihn ein.
  • Der Raspberry Pi verbindet sich beim ersten Start automatisch mit dem angegebenen WLAN.

5. Zugriff auf Home Assistant

Sobald Home Assistant hochgefahren ist, erreichst du die Weboberfläche wie gewohnt unter:

http://homeassistant.local:8123

Alternativ über die lokale IP-Adresse, die dein Router dem Pi zuweist (z. B. im Routermenü nachschauen).

Erweiterungen & Automatisierung starten

Nach der Installation kannst du:

  • Smart-Home-Geräte integrieren (Hue, Alexa, Shelly, Zigbee, etc.)
  • Benutzerdefinierte Automatisierungen erstellen
  • Dashboards gestalten
  • Add-ons installieren (z. B. File Editor, Zigbee2MQTT, ESPHome)

Tipps für den Betrieb

  • Verwende kein billiges Netzteil – Spannungseinbrüche führen zu Systemabstürzen
  • Nutze eine hochwertige SD-Karte oder besser eine SSD
  • Richte regelmäßige Backups über das Home Assistant Add-on „Google Drive Backup“ ein
  • Aktiviere Updates, aber lies vorher die Changelogs

Fazit: Home Assistant auf Raspberry Pi installieren lohnt sich

Mit einem Raspberry Pi und wenigen Handgriffen lässt sich Home Assistant installieren – und du hast die volle Kontrolle über dein Smart Home. Keine Cloud-Abhängigkeit, keine Herstellerbindung, keine Limitierungen.

Ob für Licht, Heizung, Sicherheit oder Energieverbrauch: Home Assistant ist extrem leistungsfähig – und mit einem Raspberry Pi als Herzstück auch für Einsteiger gut umsetzbar.


Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich auch einen alten Raspberry Pi 3 verwenden?
Ja, aber die Performance ist deutlich schwächer. Für produktiven Dauerbetrieb wird der Pi 4 empfohlen.

Brauche ich zwingend einen Monitor zur Einrichtung?
Nein, Home Assistant lässt sich komplett über das Web-Interface einrichten – Monitor und Tastatur sind optional.

Kann ich später auf SSD umstellen?
Ja, Home Assistant OS unterstützt USB-Boot – das ist stabiler und langlebiger als SD-Karten.

Was kostet mich das Setup ungefähr?
Ein gutes Starter-Kit mit Pi 4 liegt bei ca. 80–120 €, je nach Ausstattung.

*Einige der in diesem Artikel verwendeten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links ein Produkt kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht. Du unterstützt damit diesen Blog und hilfst, weitere unabhängige Inhalte rund um Smart Home & Technik zu ermöglichen. Vielen Dank!


Foto von Mathias Wouters

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Mein Name ist Christian, und ich bin der Gründer und Autor von smarthome-blog.de. Als Technik-Enthusiast mit einer Leidenschaft für Smart-Home-Lösungen möchte ich mein Wissen und meine Erfahrungen mit Ihnen teilen. Mein Ziel ist es, komplexe Technologien verständlich zu erklären und Ihnen zu helfen, Ihr Zuhause auf einfache Weise smarter zu machen. Seit Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Smart-Home-Systemen, und ich freue mich, meine Expertise und praktischen Tipps auf diesem Blog weiterzugeben, um Ihr Zuhause komfortabler und zukunftssicher zu gestalten.

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